antiquarische und gebrauchte Bücher

Inhalt A-Z|Sitetour|Hilfe|Wir über uns|E-Mail|Suche
AktuellesWirtschaftMarktServiceKulturWissenReisenSpassSport

BerlinOnline


Datum:   18.10.1996
Ressort:   Nachrichten
Autor:   Marc Fest, New York

"Ich bin ein Monster"

In den USA wurden jetzt Teile des Videotagebuchs von Björk-Attentäter Lopez gezeigt

"Hallo, mein Name ist Ricardo Lopez. Es ist der 14. Januar 1996. Heute ist mein Geburtstag. Ich bin 21." So beginnt die schaurige Geschichte von Ricardo Lopez aus Hollywood im US-Bundesstaat Florida. Neun Monate lang dokumentierte er sein Leben auf Video - bis zu seinem Selbstmord vor der Kamera.

Am 12. September schoß sich Lopez mit einem 38er Revolver vor laufender Kamera eine Kugel in den Kopf. Zuvor hatte er, wie bereits berichtet, ein Paket mit einer Schwefelsäurebombe an die isländische Sängerin Björk geschickt. In der letzten Woche präsentierte die Polizei eine 30minütige Zusammenfassung der elf Videocassetten. "Wir waren gesetzlich verpflichtet, den Wunsch der Medien nach Einsichtnahme zu erfüllen", so ein Polizeisprecher. Die Bänder zeigen, wie eigenartig fasziniert Lopez von Björk war und dokumentieren auch die Konstruktion der Säurebombe.

"Ich werde Euch zeigen, wer ich bin", sagt er an einer Stelle. "Ich bin ein Monster." Später schildert er seine Obsession: "Björk ist seit 1993 ein unglaublich wichtiger Bestandteil meines Lebens. Erst war ich verliebt. Jetzt bin ich besessen." Die Beziehung der 30jährigen Sängerin mit einem Schwarzen scheint der Auslöser für Lopez verhängnisvollen Schritt zu sein: "Das ist nicht akzeptabel. Ich werde sie töten müssen." Später bemalt er sein Gesicht, rasiert seinen Schädel und bringt sich um.

Lopez Bombe wurde nach dem Fund seiner Leiche in einem Londoner Postamt abgefangen. Björk erinnerte sich von Fanbriefen an seinen Namen. Ihr Manager bestätigte, daß die Sängerin gelegentlich Post von verstörten Fans erhalte. In einem Interview berichtete Björk von einem österreichischen Fan, der sich 1995 umbrachte. Zuvor hatte er vergeblich versucht, Kontakt mit dem Popstar aufzunehmen. +++

[zurück zu den Suchergebnissen]   [Neue Suchanfrage]   [Weitere Artikel vom 18.10.1996]  

Druckversion Seite versenden print-send Hilfe Wir über uns E-Mail Suche Seitenanfang footer
www.BerlinOnline.de © 2001 G+J BerlinOnline GmbH & Co. KG