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Surfen im Internet strengstens verbotenNeue Bewährungsauflage für Verbrecher in den USAWer in den USA eine Freiheitsstrafe auf Bewährung erhält, für den ist einiges tabu. Der Besitz von Waffen beispielsweise, übermäßiger Alkoholkonsum und der Aufenthalt an Orten, an denen mit Drogen gehandelt wird. Demnächst kommt für einige Gesetzesbrecher noch eine Verbotszone dazu: das Internet. Eine bundesstaatliche Bewährungskommission befürchtet nämlich, daß das weltweite Computernetz es bestimmten Verurteilten allzu leicht macht, unauffällig neue Verbrechen zu verüben. Besonders zu Bewährungsstrafen verurteilte Kinderschänder gehören zu den Personen, die bald ihre Finger von Computerdaten fernzuhalten haben. Mit dieser Maßnahme reagiert die Bewährungskommission auf wachsende Unruhe in der US-Öffentlichkeit über die Verzahnung zwischen Kriminalität und Cyberspace. Erst vor kurzem hatte ein im Gefängnis von Minnesota einsitzender Kinderschänder einen Computer benutzt, um via Internet die Adressen von Tausenden von Kindern ausfindig zu machen. Das Internet eigne sich außerdem besonders für Verbrechen im Zusammenhang mit Sprengstoffen sowie für sogenannte "hate crimes", zielgerichtete Kriminalität gegen Minderheiten, erklärte Michael J. Gaines, eines der Kommissionsmitglieder. Kritiker bezweifeln jedoch, daß es technisch möglich ist, den Computerzugang zu kontrollieren. Jenny Gainsborough, Sprecherin einer Bürgerrechtsgruppe für Inhaftierte, bezweifelte, daß es im Internet Inhalte gebe, die nicht auch in jeder öffentlichen Bibliothek einsehbar wären. "Das Internet erlaubt es kriminellen Köpfen, sich zusammenzuschließen", hielt Kommissionsmitglied Gaines dagegenm, "so etwas gibt es nicht in Leihbibliotheken." Auch in Deutschland machen sich die Sicherheitsbehörden zunehmend Gedanken über das Datennetz. Ähnlich wie in den USA soll ein neues Gesetz zur Datenverschlüsselung verhindern, daß Kriminelle im Internet vom Staat unbelauscht kommunizieren können. Experten zufolge dürfte die Durchsetzung wegen der globalen Struktur des Internets allerdings ausgesprochen schwierig sein. +++ [zurück zu den Suchergebnissen] [Neue Suchanfrage] [Weitere Artikel vom 09.01.1997]
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