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Gänsehaut im Sonnenstaat FloridaUrlaubsparadies muß 500 Verbrecher entlassenAusgerechnet der wegen seiner Touristenmorde berüchtigt gewordene US-Bundesstaat zeigt sich in diesen Tagen gegenüber Schwerverbrechern von seiner Sonnenseite. Ein Urteil des US-Verfassungsgerichts zwingt das Urlaubsparadies, über 500 inhaftierte Mörder, Vergewaltiger und anderen Schwerverbrecher in die Freiheit zu entlassen - alle auf einen Schlag und vorzeitig. Darunter befinden sich einige wahrhaft monströse Fälle: Dean Dameron hatte erst 1986 einen 71jährigen Mann mit einer Socke erstickt. Eigentliches Urteil: zweimal lebenslänglich. Anthony Hatcher ermordete 1986 eine Frau, während sie die Polizei telefonisch um Hilfe anflehte. Urteil: ursprünglich 20 Jahre. Und Norman James Eastman erschlug 1985 ein Baby, weil es sich erbrochen hatte. Urteil: 30 Jahre Zuchthaus - jetzt darf er gehen. Die Verbrecher profitieren von einem inzwischen abgeschafften Bonusprogram: von 1983 an reduzierte sich ihre Haftstrafe bei guter Führung monatlich um 20 Tage. Eine Methode, die von den Bürokraten ersonnen wurde, um die chronisch überfüllten Gefängnisse Floridas zu entlasten. Das Programm wurde eingestellt, als ein zu 34 Jahren Haft verurteilter Kindermörder 1992 nach nur neunjähriger Haftzeit freikommen sollte. Doch die Inhaftiertern verlangten die Einlösung bereits verdienter Bonuspunkte. Florida, ausgerüstet mit neugebauten Gefängnissen, sagte nein. Doch das amerikanische Verfassungsgericht schlug sich auf die Seite der Verbrecher - und entschied zu deren Gunsten. "Ich kann Ihnen nur sagen, daß es sich hier um die allerschlimmsten Verbrecher handelt," warnt Bill Thurber, stellvertretender Leiter von Floridas staatlicher Gefängnisbehörde. Thurbers Abteilung arbeite "Tag und Nacht", um örtliche Gemeinden und Opfer über die Freilassung der Verbrecher zu informieren. Besondere Warnhinweise an ausländische Florida-Urlauber erfolgten jedoch nicht. Nur der Sheriff eines Landkreises warnte im TV-Sender NBC vor Reisen nach Florida - was die Touristikbranche entsetzte. Die Zahl der deutschen Urlauber war 1994 nach einer Serie von zehn Touristenmorden um über 40 Prozent gesunken. +++ [zurück zu den Suchergebnissen] [Neue Suchanfrage] [Weitere Artikel vom 17.03.1997]
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