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Er war Amerikas Kalauer-KandidatDer Polit-Komiker Pat Paulsen ist tot"Wegen der fetten Pension, der Bewachung und dem ganzen Zeugs" bewarb sich der amerikanische Komiker Pat Paulsen seit 1968 insgesamt viermal für das Präsidentenamt. Schon beim ersten Mal erlangte der Spaßkandidat bei den Vorwahlen über 200 000 Stimmen - seine krude Kampagnenästhetik mit "Playboy"-Bunnys im Traueraufzug schien so manchen Bürger zu überzeugen. Fast drei Jahrzehnte später, in seinem Wahlkampfprogramm von 1996, befürwortete Paulsen eine Reduzierung der Straßenkriminalität durch eine Verringerung der Straßenanzahl (womit er immerhin den Milliardär Ross Perot bei den Vorwahlen in North Dakota abhängte). Eine fünfte Kandidatur war Paulsen jedoch nicht vergönnt. Amerikas "ewiger Präsidentschaftskandidat" verstarb am vergangenen Donnerstag 69jährig in Mexiko an Nierenversagen und Lungenentzündung in Folge einer Krebsoperation. Die Idee zur Präsidentschaftskandidatur kam ursprünglich von den Machern der CBS-Satiresendung "Smothers Brothers Comedy Hour", in der Paulsen seit 1967 auftrat. CBS setzte die politisch allzu respektlose Sendung 1970 ab - doch Paulsen, der Mann mit dem Outfit eines müden Handelsvertreters, hatte Feuer gefangen. Immer wieder kandidierte er seitdem für das Präsidentenamt. Sein Markenzeichen: ein unbewegtes Cockerspaniel-Gesicht, welches er aufsetzte, wenn er sich mit seinem Grundsatzprogramm über Politikerplatitüden lustig machte. Paulsens Slogans waren von durchaus unterschiedlicher Witzqualität: "Ursache Nummer eins für Waldbrände sind Bäume", lautete einer, auch die "Invasion Kanadas" stand mal auf seinem Programm. In einer von ihm selbst verfaßten Verfassungsversion forderte Paulsen für den US-Präsidenten den Titel "Seine Eminenz", die Abschaffung der Pressefreiheit sowie die Einrichtung eines Fonds, um den Staatschef vor Gerichtsprozessen wegen sexueller Nötigung zu schützen. Paulsen lehnte Steuern ab - er war für "15 Prozent Trinkgeld, falls die Regierung ihren Job gut macht". Gegen die Legalisierung der "Homo-Ehe" hatte er dagegen nichts: "Die Schulen wären dann nicht mehr so überfüllt." Paulsen benutzte als erster Präsidentschaftskandidat überhaupt während der letzten Wahl 1996 das Internet für seine Kampagnen. Dort kann man auch noch heute unter der Adresse http://www.paulsen.com/ seine Scherze nachlesen. Während seiner letzten Tage las der bereits todkranke Komiker Hunderte von Genesungswünschen, die ihm treue Wähler per E-Mail schickten. +++ [zurück zu den Suchergebnissen] [Neue Suchanfrage] [Weitere Artikel vom 29.04.1997]
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