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Ein leidenschaftliches Leben mit mysteriösem EndePopstar Madonna spielt die Revolutionärin Tina ModottiNachdem es mit "Evita" nicht für einen Oscar reichte, versucht sich Madonna jetzt zum zweiten Mal als liebestolle Polit-Aktivistin: In einer Mick-Jagger-Produktion wird sie demnächst die fotografierende und auf mysteriöse Weise verstorbene Revolutionärin Tina Modotti spielen. Für Jagger ist es die erste einer geplanten Reihe von Filmproduktionen seiner 1992 gegründeten Firma "Jagged Edge". Die Rolle scheint Madonna ("Ich mag diese rebellischen Dinge") auf den angeblich so lasziven Leib geschneidert - und das nicht nur wegen ihres männlichen Gegenparts Gabriel Byrne, den der Popstar "ebenso talentiert wie attraktiv findet". Zumindest in der Gerüchteküche des Internets steuern die beiden bereits auf direktem Wege einer Liebesaffäre entgegen. Warum soll ausgerechnet Madonna Tina Modotti verkörpern? Da ist zunächst das naheliegende: Beide haben am selben Tag, dem 16. August, Geburtstag. Vor allem aber haben beide italienische Wurzeln und sind nach Amerika übergesiedelt. 1896 in Udine geboren, wanderte Tina Modotti 17 Jahre später nach San Francisco aus. Dort arbeitete sie kurz in einer Nähfabrik und heiratete als knapp Zwanzigjährige einen Künstler. Die darauffolgenden Stummfilmrollen im Hollywood der 20er Jahre, die Geburt zweier Kinder und schon bald eine leidenschaftliche Affäre mit dem berühmten Fotografen Edward Weston dürften ganz nach Madonnas Geschmack sein. Als Modottis Ehemann zum rechten Zeitpunkt an Pocken stirbt, ziehen sie und Weston nach Mexiko, wo die dunkelhaarige Schönheit nacheinander gefeierte Fotografin, leidenschaftliche Kommunistin, Busenfreundin von Frieda Kahlo und mutmaßliche Attentäterin wird. Zwischendurch gibt sie ihrem Lover Weston den Laufpaß, verliebt sich in einen Kommunistenkollegen, ist mysteriös in dessen Ermordung verwickelt und gerät 1929 in Verdacht, an dem gescheiterten Attentat auf den mexikanischen Staatspräsidenten beteiligt zu sein. Die mexikanischen Behörden verfrachten Modotti über die Grenze nach Kalifornien, wo sie 1942, nach einem Zwischenspiel als Stalins Spionin im faschistischen Italien, einen mysteriösen Tod stirbt. Seitdem wuchern die Modotti-Mythen. Ein Foto der italienisch-mexikanischen Antwort auf Mata Hari erzielte 1991 denn auch einen Rekordpreis von 165 000 Dollar (umgerechnet rund 240 000 Mark). Madonna findet Modotti "eine tolle Rolle". Was kaum bekannt ist: Die Sängerin sammelt privat Modotti-Werke. Anfang letzten Jahres half sie sogar einer durch Geldmangel akut gefährdeten Modotti-Ausstellung in San Francisco auf die Beine - mit der Versteigerung ihres 1963er Mercedes-Cabriolets. Wie schon mit Evita dürfte sich Madonna folglich auch mit der Modotti-Rolle extrem identifizieren. Byrne dementiert indes Gerüchte, er habe sich bereits vorsorglich von seiner Freundin, der Schauspielerin Julia Ormond, getrennt. +++ [zurück zu den Suchergebnissen] [Neue Suchanfrage] [Weitere Artikel vom 10.05.1997]
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