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"Rambo" im Kampf mit einer ganzen StadtSilvester Stallone streitet mit den Bürgern von Miami um einen Fahrradweg vor seiner HaustürSeit der erfolgreichen Herzoperation seiner neugeborenen Tochter Sophia im vergangenen Jahr lebt Superstar Silvester Stallone zurückgezogener denn je. So scheint es nur verständlich, daß er sich vor Reportern und anderen Neugierigen verschanzen wollte. Den Bürgern von Miami ging das Versteckspiel Stallones jetzt allerdings zu weit: In Absprache mit Popstar Madonna (die beiden sind Nachbarn in der exklusiven "Cliff Hammock"-Siedlung von Miami) plante der Filmstar nämlich nicht nur, sein riesiges Wassergrundstück durch eine hohe Mauer abzuschirmen, sondern gleich die ganze Siedlung (22 Grundstückseigentümer). Anfangs sagte der Magistrat von Miami kleinlaut ja und baute einen drei Meter hohen Zaun um die parkähnliche Siedlung, die an einer von Bäumen gesäumten Sackgasse mit Superblick auf die Insel Key Biscayne liegt. Allerdings ließen die Behörden für einen öffentlichen Radweg, der durch den Park führt, ein kleines Tor offen. Und genau dieses Schlupfloch wollen Stallone, Madonna und ihre Nachbarn jetzt ebenfalls geschlossen haben. Dafür scheint den Stars kein Aufwand zu hoch: Stallone ließ sich bei einem Treffen der zuständigen Städteplaner sogar persönlich blikken. Madonna schickte immerhin eine Sprecherin vorbei. Doch damit war es nicht getan: Hunderte von Nachbarn aus angrenzenden Siedlungen protestierten gegen die Abschottung des seit Jahrzehnten öffentlichen Parkbereichs. Der Miniskandal hat in Miami auch schon einen Namen: "Stallone-Gate" (gate ist das englische Wort für Tor), in Anlehnung an die "Watergate"-Affäre. Selbst der "Washington Post" war der Konflikt zwischen Rambo und Miami inzwischen eine Story wert. Jetzt soll der Landrat entscheiden, was mit dem Tor passiert. Deutliche Signale setzt Stallone nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser: 14 Bojen mit der Aufschrift "Keep out" ("Zutritt verboten") sollen aufdringliche Jetski-Fahrer von seinem Grundstück fernhalten. Was Stallone dabei nicht beachtete: Das Wasser vor seinem Grundstück gehört nicht ihm, sondern der Stadt. Jetzt muß der Star die Bojen näher ans Ufer setzen und weniger abweisend beschriften: "Vorsicht: flaches Gewässer". Für seine Mauermentalität führt Stallone zahlreiche Gründe an: "Fans haben meinen Zaun eingedrückt, Schüsse auf mein Grundstück abgefeuert", berichtete er dem "Miami Herald". "Sie haben Flaschen gegen meine Mauer geworfen. Einmal kamen zwei Männer mit Messern herübergeklettert. Fünf andere haben versucht, meine Familie zu berauben. Etwa 15 Leute haben versucht, über Wasser mein Grundstück zu betreten, um eine Party auf meinem Dock zu feiern." Täglich kommen Hunderte von Touristen nach "Hammock Cliff", in der Hoffnung, einen Blick auf die Megastars Stallone oder Madonna zu erhaschen. Ein Bodyguard von Madonna berichtet: "Sie drücken auf die Türklingel, und fragen: ,Ist Madonna da? . Ich sage nur: ,Geht doch endlich weiter. " Und bei Stallone geht es nach seiner Aussage nicht viel anders zu: "Manchmal ist vor meinem Haus mehr Action als in meinen Filmen." [zurück zu den Suchergebnissen] [Neue Suchanfrage] [Weitere Artikel vom 01.07.1997]
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