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Eine Frage des Vertrauens50 Jahre Roswell: Warum die US-Regierung weiter ein Ufo-Problem hatWer einmal lügt Die US-Regierung hat ständig die seltsamsten Verschwörungstheorien zu dementieren. Ihr Problem ist dabei, daß sie in der Vergangenheit zu oft gelogen hat. Ein havariertes Ufo: samt Besatzung seit 50 Jahren von der US-Armee gut versteckt. Eine US-Militär-Rakete: zerstörte TWA-Flug 800 kurz nach dem Start. Präsident Bill Clintons Berater Vincent Foster: nicht Selbstmörder, sondern Opfer einer tödlichen Intrige im Weißen Haus. Die CIA: dealt mit Drogen. Und sie hat den Aids-Virus ersonnen, um Schwarze und Schwule auszurotten. So lauten einige der aktuellen Verschwörungstheorien in Amerika. Was in Deutschland umgehend als "zu weit hergeholt" ad acta gelegt würde, scheint in Amerika schier unausrottbar. Doch das hat gute Gründe. US-Regierungen haben eine peinliche Anzahl nachgewiesener Verschwörungen auf dem Buckel. Manche davon so grotesk, daß versteckte Außerirdische (wie im Falle der Jubiläumsdiskussion um das vor 50 Jahren angeblich aufgetauchte Roswell-Ufo) plötzlich nicht mehr vollkommen verrückt erscheinen. Wer hätte beispielsweise je geglaubt, daß der US-Geheimdienst CIA einst Prostituierte anheuerte, um arglose Bordellbesucher mit LSD-Cocktails abzufüllen? So ist es laut Untersuchungen des Kongresses in den 50er Jahren geschehen. Hinter den Einwegspiegeln der Hurenhäuser protokollierten Agenten das Geschehen auf der Suche nach einem Wahrheitsserum. Mindestens ein LSD-Opfer starb damals. Ebenfalls kaum zu glauben: erst 1962 gestand die US-Armee, während der 50er Jahre bis zu eine halbe Million US-Soldaten bei Atomexplosionen schädlicher Radioaktivität ausgesetzt zu haben. Und 1996 berichtete die "Los Angeles Times" von Biowaffen-Experimenten der Armee, die während der 50er und 60er Jahre Bakterien und Chemikalien über New York und Los Angeles versprühte. Wie aus einem Krimi erscheinen auch die vergeblichen Versuche der CIA, Cubas Staatschef Fidel Castro zu ermorden: explodierende Zigarren und verseuchte Sauerstoffflaschen sollten den passionierten Raucher und Tauchfreund ins Jenseits befördern. Schwer faßbare "Coverups", Verhüllungen von Regierungstaten, gab es auch in jüngerer Zeit: in der Iran-Contra-Affäre gingen Waffen illegal an den Iran, um die Freilassung von entführten US-Bürgern zu erreichen. Mit den Erlösen aus den Waffenverkäufen finanzierten höchste Chargen im Weißen Haus unter Präsident Reagan ebenfalls illegal Contra-Rebellen in Nicaragua. Und erst in diesem Jahr wechselte die Clinton-Regierung in Sachen Golfkrieg-Syndrom von Dementis zu Eingeständnissen: ja, hieß es plötzlich, über 20 000 US-Soldaten hätten während des Krieges gegen den Irak Giftgas eingeatmet. Die vielleicht am schwersten faßbare US-Verschwörung begann 1932: 400 mit Syphilis infizierte Schwarze erhielten für die berüchtigte "Tuskegee"-Studie bis in die 70er Jahre hinein nur Scheinmedikamente. Die US-Gesundheitsbehörden wollten den ungestörten Verlauf der Krankheit möglichst genau beobachten. Die Folge: Tod, Wahnsinn, Impotenz bei den Infizierten. Kein Wunder, daß heutzutage immerhin 33 Prozent der Schwarzen glauben, der Aids-Virus sei von der CIA erfunden, um sie auszurotten. Und 80 Prozent der Amerikaner glauben, ihre Regierung wisse mehr über Ufos, als sie zugibt. Da nützen auch alle Studien der US-Armee kaum etwas. Und auch eine Bemerkung Präsident Bill Clintons während eines Staatsbesuches 1995 während einer offiziellen Rede in Irland war wenig erhellend: "Ich habe einen Brief von einem 13jährigen Ryan erhalten", so der Präsident vor den versammelten Würdenträgern. "Also, Ryan, für den Fall, daß du zuhörst, hier ist die Antwort auf deine Frage: Soweit ich weiß, gab es in Roswell, Neu Mexiko, im Jahre 1947 keinen Ufo-Unfall (Allgemeines Gelächter) und, Ryan, wenn unsere Luftwaffe Außerirdische gefunden hat, so hat mir davon jedenfalls auch niemand etwas erzählt. Und ich will es wissen." [zurück zu den Suchergebnissen] [Neue Suchanfrage] [Weitere Artikel vom 05.07.1997]
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